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Erhalt des Reithauses

Rathausblockade zum Erhalt des Reithauses

 

Anfang der 90er Jahre gab es Bestrebungen der damaligen Stadtspitze das Reithaus im Goethepark  zu veräußern. Der imposante denkmalgeschützte Bau in wunderbarer Lage im Goethepark und doch in Innenstadtnähe war das Objekt der Begierde von Hotelketten, Hochschulen und den Einrichtungen der Weimarer Hochkultur. In der wechselvollen Geschichte des Hauses gab es verschiedene Nutzungen: als Reit- und Ballspielhalle, Unterbringung gefangener Preußen 1806, Sitz der fürstlichen Verwaltung, Nutzung einiger Räume durch das Bauhaus, Sitz Thüringer Ministerien während der Nazizeit und nach dem 2. Weltkrieg seit 1950 Pionierhaus. Nach 1990 wurde es als Schülerfreizeitzentrum genutzt.

 

Mit der Absicht, diesen Ort für Kinder aufzugeben, entbrannte ein jahrelanger Streit im politischen Raum. Auch die Bürger der Stadt mischten sich ein. Das Kinderbüro ist seiner Aufgabe als Interessenvertretung für Kinder mit Einmischungsfunktion sehr vehement nachgekommen. Unzählige Diskussionen wurden geführt, Proteste und Lösungsvorschläge gemacht, eine Konzeption als ‚Europäische Kinder- und Jugendkulturwerkstatt’ entwickelt. Das Kinderbüro war Ansprechpartner für besorgte Kinder und Bürger der Stadt. Aber auch die Kinder selbst haben das Recht, ihre Meinung zu äußern, wahrgenommen, z.B. Unterschriftensammlungen, Malaktionen, Gespräche…. Aufsehenerregend war die Blockade des Rathauses am 29.4.1993.

 

Heute ist das Reithaus einer Stiftung zugeordnet, der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW), saniert und mit vielen interessanten Möglichkeiten für Kulturarbeit ausgestattet.