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Impressionen vom Stadtplanungsbüro Weimar West im Jahr 2000

Stadt- und Dorfplanung mit Kindern

Wir wollen, dass der öffentliche, städtisch Raume gerechter verteilt wird. Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch, öffentlichen Raum für ihre Bedürfnisse zu finden, sich dort zu verwirklichen und dort toleriert zu werden. Der Verpflichtung einer ausgewogenen, gerechten Stadt- und Dorfentwicklung müssen sich alle Verantwortlichen bei der weiteren Gestaltung unserer Lebensumwelt stellen.

 

Kinder sind Experten in ihrem Lebensumfeld. Beteiligung heißt „teilen“, Macht und Einfluss teilen, Kinder ernst nehmen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten und Methoden, die Bedürfnisse von Kinder und Jugendliche auch bei der Stadtentwicklung zu berücksichtigen. Beteiligungsprojekte in der Kommune erhöhen nicht nur die Qualität der Planungsvorhaben, sie führen auch zu einer Zunahme individueller Kompetenz bei allen Beteiligten sowie zu einer Zunahme und Verbesserung sozialräumlicher Ressourcen.

 

Ausgewählte Projekte

 

Bewertung von Spielplätzen und Spielorten

In ersten Planungsschritten der AG Spielraum wurde die vorhandene Sozialberichtserstattung genutzt, um die demographische Struktur in den Stadtteilen, die Lebenslage und soziale Infrastruktur der Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen. Danach wurde umfassend für das ganze Stadtgebiet eine Bestandsaufnahme der Spielräume erstellt. Über eine rein quantitative Erfassung hinaus wurden die Betroffenen mit einbezogen. Dabei wurden verschiedene Methoden erprobt und eingesetzt

-        Begehung und Fotodokumentation des Stadtteils von Kindern und Jugendlichen

-        Elternbefragung (z.B. auch durch eine Jugendgruppe in Weimar West)

-        Schülerbefragungen in verschiedenen Schuler mit Fragebogen

-        Expertengespräche mit Vertretern verschiedener Institutionen  Diskussionsforen, z.B. mit stadtteilbezogenen Bürgerräten

 

Angestoßen durch diese Arbeit entwickelten sich in verschiedenen Stadtbereichen Initiativen von Eltern, Kindern und Jugendlichen, um die Situation in ihrem Stadtteil zu verändern. Erste Erfolge waren schnell zu registrieren.

 

Stadtplanungsbüro Weimar West im Jahr 2000

Von Mai bis August 2000 „arbeiteten“ Kinder im Stadtplanungsbüro Weimar West – einem Plattenbaugebiet - gemeinsam mit einem Stadtplaner und Architekten. Dieses Beteiligungsprojekt wurde vom Kinderbüro für die AG Spielraumleitplanung entwickelt und personell unterstützt. Die Ergebnisse – z.B. Modelle, Interviews und Videos – wurden im Sommer 2000 in Weimar West vorgestellt und an das Agenda-21-Büro der Stadtverwaltung und an die Organisationsstelle des Förderprogramms Soziale Stadt und die Planungsämter der Stadt übergeben. In Folge dieses Projektes wurde im Jahr 2001 ein Bauspielplatz realisiert.

 

Sommerspielstraße im Ortsteil Taubach im Jahr 2002

Das Projekt 'Sommerspielstrasse Taubach' ist ein Folgeprojekt des Beteiligungsverfahrens im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms aus dem Jahr 2001. Taubacher Kinder und Jugendliche wurden nach ihren Bedürfnissen, Wünschen, Vorstellungen und Ideen zu ihrem Spielraum befragt. Sie setzten sich auch mit der Verkehrssituation im Dorf auseinander. In diesem Zusammenhang entstand die Idee einer 'Spielstrasse'. Eine zeitlich begrenzte Spielstraße wurde als soziales Experiment geplant, um Auswirkungen auf das Spiel- und Sozialverhalten und die Akzeptanz im Wohngebiet zu prüfen. Die Ergebnisse sind in einer Dokumentation dargestellt und im Kinderbüro einzusehen.

 

 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterSiehe auch Spielraumplanung!

 

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